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16Jan

SKA Fahrradstraße Harvestehuder Weg, II

Der Harvestehuder Weg wurde zu einer eingeschränkten Fahrradstraße. Fahrräder können die Straße zwar bevorrechtigt nutzen, müssen sie sich jedoch mit parkenden und fahrenden Autos und Bussen teilen. In der Öffentlichkeit regt sich seit Einführung der Regelung Widerstand, da in der Praxis sich die Radfahrenden auf der Straße nicht sicher fühlen.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat: 

Um für den stark ansteigenden Fahrradverkehr auch in Zukunft sichere und attraktive Routen zur Verfügung stellen zu können und zugleich die Verkehrssicherheit zu verbessern, ist es Ziel des Senats, dass entlang des Alstervorlandes gute und leistungsfähige Radwegeverbindungen entstehen.

In einem ersten Schritt wurde der Harvestehuder Weg von Krugkoppel bis Alte Rabenstraße als Pilotabschnitt zur Fahrradstraße umgestaltet, um dem hier festgestellten sehr hohen Radverkehrsaufkommen mit mehr als 4.000 Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern täglich gerecht zu werden. Die Erweiterung des vorhandenen Radwegs in der Grünanlage wurde verworfen, weil damit ein Eingriff in eine der schönsten Hamburger Parkanlagen verbunden gewesen wäre.

Dabei sollte zugleich den Hamburgerinnen und Hamburgern, aber auch den Gästen der Stadt die Möglichkeit erhalten bleiben, die einmalige Alsterrunde auch vom Auto aus zu erleben. Die Abwicklung von Durchgangsverkehr über den Harvestehuder Weg ist allerdings weder erforderlich noch angestrebt.

Um die Sicherheit des Radverkehrs zu gewährleisten, wurden Elemente zur Verlangsamung des Verkehrs eingebaut.

Erste Erfahrungen mit der Benutzung der noch nicht vollständig fertig gestellten Anlage weisen darauf hin, dass die Situation für Radfahrer und Kraftfahrer teilweise zu Unklarheiten und vermeidbaren Behinderungen führt. In den nächsten Wochen wird die Verkehrslage beobachtet und analysiert werden. Auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse sollen ggf. erforderliche Veränderungen geplant und umgesetzt werden.

Das Ziel bleibt, an dieser Stelle eine hochwertige Fahrradstraße mit hoher Akzeptanz in der Bevölkerung herzustellen.

Bis zur Klärung bleibt der Radweg im Alsterpark weiterhin für Radfahrer benutzbar.

Dies vorausgeschickt, beantwortet der Senat die Fragen wie folgt:

 1. Welche und wie viele Beschwerden sind seit Einrichtung der Fahrradstraße beim Senat, der Fachbehörde, der Polizei und dem Bezirk eingegangen?

Der zuständigen Behörde, dem Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, dem zuständigen Bezirksamt und der Polizei  sind rd. 20 Kommentare zur Fahrradstraße seit Inbetriebnahme übermittelt worden.

Die überwiegende  Anzahl der Rückmeldungen stammt von Fahrradfahrinnen und Fahrradfahrern, die den Weg täglich nutzen. Dabei wird mehrheitlich die Förderung des Radverkehrs durch die Einrichtung einer Fahrradstraße begrüßt. Darüber hinaus wird eigenes Erleben geschildert und es werden Vorschläge zur Abhilfe bestimmter Gegebenheiten gemacht.

Die wesentlichen Kritikpunkte und Änderungswünsche lauten:

–      zu hoher Kraftfahrzeugverkehr: Auto- und Busverkehr einschränken/ganz unterbinden (reine Fahrradstraße)

–      Autos fahren zu schnell; mehr Geschwindigkeitskontrollen

–      Autofahrer drängeln: Überwachung der Einhaltung des Vorranggebots für Radfahrer

–      Stau im Bereich der Parkplätze zur Hauptverkehrszeit; Radfahrer müssen ausweichen: Parkplätze entfernen

–      Gefahr durch Überholmanöver

–      Einbindung der  Fahrradstraße in das angrenzende Radverkehrsnetz besser gestalten.

Ein Kraftfahrzeugführer beschwerte sich irrtümlicherweise darüber, dass er mit seinem Kraft-fahrzeug die Fahrradstraße nicht mehr auf dem Weg zu seiner Arbeitsstätte nutzen dürfe.

2. Hält der Bezirk an dem im Dezember 2014 gefällten Beschluss der BV fest, den Radweg im Alstervorland aufzuheben und zu renaturieren? Wenn nein, mit welcher Begründung und was ist genau mit dem Radweg geplant?

Siehe Vorbemerkung.

3. Soll das bisher als Fahrradstraße ausgewiesene Teilstück des Harvestehuder Wegs Fahrradstraße bleiben? Wenn nein, warum nicht?

Ja.

 4. Inwiefern gibt es Planungen, die Fahrradstraße Harvestehuder Weg baulich zu verändern? Wie sehen die aus, wann sollen sie umgesetzt werden?

5. Inwiefern gibt es Planungen, den KFZ- und Busverkehr auf der Fahrradstraße Harvestehuder Weg einzuschränken?

Siehe Vorbemerkung.

6. Wer wird in die Umbaupläne mit einbezogen? Wann finden bzw. fanden diese Gesprächsrunden statt, was wird bzw. wurde dort genau besprochen?

Die Realisierung der Alsterfahrradachsen ist ein Gemeinschaftsprojekt der Bezirksämter Hamburg-Mitte, Eimsbüttel und Hamburg-Nord sowie der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation (BWVI). Als Realisierungsträger ist der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) beauftragt.

Planung und Umsetzung werden durch einen Lenkungskreis begleitet und koordiniert. Auf Arbeitsebene werden die Maßnahmen durch Gremien begleitet, die aus Vertretern der BWVI (einschließlich LSBG), der Bezirksämter Eimsbüttel, Hamburg-Nord und Hamburg-Mitte, der Behörde für Inneres und Sport und der örtlichen Polizeikommissariate bestehen. Vor Baubeginn haben mehrere Gespräche zur Planung des Harvestehuder Wegs als Fahrradstraße stattgefunden. Eine weitere Sitzung wird im Januar stattfinden. Im Übrigen siehe Drs. 20/13764.

Bis zu endgültigen Fertigstellung der Bauarbeiten für den Pilotabschnitt Harvestehuder Weg finden wöchentlich Baubesprechungen statt. Dabei besprechen Mitarbeiter des Bauunternehmens und des Bezirksamtes Eimsbüttel Belange der unmittelbaren Baudurchführung.

16Jan

SKA Fahrradstraße Harvestehuder Weg (III)

In der Schriftlichen Kleinen Anfrage 20/14056 antwortet der Senat auf die Frage 3. (In welchen Abständen sollen im kommenden Jahr Verkehrszählungen am Harvestehuder Weg erfolgen?), dass die zuständige Behörde beabsichtige, auf dem Harvestehuder Weg an einem repräsentativen Tag im Frühjahr 2015 (außerhalb der hamburgischen Schulferien, trockene Witterung) eine Zählung der Kfz und Radfahrenden durchzuführen (Nachherzählung).

 Spaziergänger haben jetzt am Neujahrstag die Polizei beim Zählen von Radfahrenden angetroffen. Auf Nachfrage wurde ihnen gesagt, diese Zahlen sollten als Grundlage genommen werden, um die Bedeutung/Akzeptanz der Straße zu beurteilen.

Ich frage den Senat:

 1.     Wo genau, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit wurden seit dem 22.12.2014 am Harvestehuder Weg Verkehrszählungen oder ähnliche Erhebungen durchgeführt?

Verkehrszählungen oder ähnliche Erhebungen wurden von der Polizei nicht durchgeführt. Der zuständige Beamte des Besonderen Fußstreifendienstes hat an verschiedenen Tagen im Rahmen seiner generellen Tätigkeit Verkehrsbeobachtungen vorgenommen. Detaillierte Aussagen liegen darüber nicht vor. Im Übrigen siehe Drs. 20/14056.

2.     Was haben sie hinsichtlich der Anzahl von Rädern, SpaziergängerInnen, KFZ, Busse und LKW ergeben?

3.     Aus welchem Grund wurden diese Zählungen durchgeführt?

4.     Haben der Bezirk, der Senat, die Fachbehörde oder die Polizei bereits Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen gezogen? Wenn ja, welche? Wenn nein, wann soll dies erfolgen?

 Entfällt.

13Jan

SKA Fahrradunfälle mit Todesfolge

2014 gab es elf Fahrradunfälle, die für die Radler/-innen tödlich endeten. Diese Zahl ist erschreckend hoch, da 2013 mit zwei, 2012 mit vier und 2011 mit drei getöteten Radfahrern/-innen deutlich weniger Radfahrer/-innen im Verkehr starben.

Zuletzt starb am 15.Dezember 2014 ein Radfahrer, der auf der Kieler Straße die Stresemannstraße überqueren wollte, indem er von einem Lkw erfasst wurde. Gerade diese Kreuzung wurde 2013 aufgrund des Busbeschleunigungsprogramms umgebaut. Ein Blick in alte Planungen (www.via-bus.de) zeigt, dass ursprünglich auf der Kieler Straße stadteinwärts zwischen Oeverseestraße und Stresemannstraße ein Radfahrstreifen bis zur Kreuzung geplant worden war. Tatsächlich wurde allerdings der Radfahrstreifen nicht bis zur Kreuzung durchgebaut, sondern ab etwa 30 m vor der Kreuzung auf einen gemeinsamen Geh- und Radweg auf dem Bürgersteig geführt. Damit verschwinden die Radfahrer/-innen durch den toten Winkel neben dem Beifahrersitz beziehungsweise der Lkw-Fahrkabine wieder aus dem Blick des sich auf der Fahrbahn befindenden Verkehrs.

Mehr lesen: SKA Fahrradunfälle mit Todesfolge

 

 

23Dez

SKA Fahrradstraße Harvestehuder Weg, I

Der Harvestehuder Weg wurde zu einer eingeschränkten Fahrradstraße. Fahrräder können die Straße zwar bevorrechtigt nutzen, müssen sie sich jedoch mit parkenden und fahrenden Autos und Bussen teilen.

 Ich frage den Senat:

1.      Wann waren die letzten fünf Verkehrszählungen am Harvestehuder Weg und was haben sie hinsichtlich der Anzahl von Rädern, KFZ, Busse und LKW ergeben?

 Auf dem Harvestehuder Weg wurden im Bereich der Fahrradstraße (Krugkoppel bis Alte Rabenstraße) durch die zuständige Behörde in den Jahren 2000, 2001, 2004, 2008 und 2014 Zählungen durchgeführt. Als Ergebnisse liegen für den Radverkehr die Anzahl der Radfahrer im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr und für den Kraftfahrzeug-(Kfz-)verkehr die Tagesverkehre (TV) und der darin jeweils enthaltene Schwerverkehr (SV, Kfz größer 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht inkl. Busse) vor:

  • Harvestehuder Weg, südöstlich Krugkoppel:
  • Dienstag, 26.09.2000: TV rund 13.200 Kfz/24Std, davon SV rund 210
  • Mittwoch, 15.01.2001: TV rund 13.400 Kfz/24Std, davon SV rund 190
  • Dienstag, 09.11.2004: TV rund 5.300 Kfz/24Std, davon SV rund 70
  • Dienstag, 20.11.2008: TV rund 7.800 Kfz/24Std, davon SV rund 110
  • Harvestehuder Weg, nördlich Alte Rabenstraße:
  • Dienstag, 26.06.2014: TV rund 4.200 Kfz/24Std, davon SV rund 180; rund 4.360 Radfahrer (6 – 19 Uhr)

2. Ist es geplant noch in diesem und im kommenden Jahr Geschwindigkeitskontrollen im Harvestehuder Weg durchzuführen?

Konkrete Planungen der zuständigen Dienststelle gibt es hierzu derzeit nicht. Zur Strategie der polizeilichen Geschwindigkeitsüberwachung siehe Drs. 20/5270, 20/5300 und 20/5408.

3.      In welchen Abständen sollen im kommenden Jahr Verkehrszählungen am Harvestehuder Weg erfolgen?

 Die zuständige Behörde beabsichtigt, auf dem Harvestehuder Weg an einem repräsentativen Tag im Frühjahr 2015 (außerhalb der hamburgischen Schulferien, trockene Witterung) eine Zählung der Kfz und Radfahrer durchzuführen (Nachherzählung).

4.      Wie lautete das Votum des ADAC und inwiefern wurde dies bei dem Umbau berücksichtigt?

Der ADAC war im Planungs- und Abstimmungsverfahren als Träger öffentlicher Belange (TÖB) eingebunden und hat die Einrichtung von Fahrradstraßen begrüßt. Auf die Frage des ADAC, wie die Einrichtung einer Fahrradstraße/Tempo-30-Zone geprüft worden sei, wurde auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie hingewiesen. Danach ist auf vielen Teilbereichen der geplanten Alsterfahrradachsen der Anteil der Radfahrenden bereits höher als der Anteil des KFZ-Verkehrs. Außerdem haben die Straßen rund um die Binnenalster eine herausragende Bedeutung für den weiter zunehmenden Radverkehr in Hamburg. Dies führte in der Studie zu dem Schluss, dass Fahrradstraßen eingerichtet werden sollen.

5.      Wie lautete das Votum des ADFC und inwiefern wurde dies bei dem Umbau berücksichtigt?

Der ADFC war im Planungs- und Abstimmungsverfahren als TÖB eingebunden und begrüßt die Einrichtung von Fahrradstraßen. Einzelnen Argumenten/Voten des ADFC zur Umsetzung wurde wie folgt entsprochen:

Bei der Auswahl des ersten, noch im Jahr 2014 zu realisierenden Bauabschnittes haben der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer sowie der zuständige Bezirk die Kriterien schnelle Realisierbarkeit, Umfang der Baumaßnahme und ihr Einfluss auf umliegende Baumaßnahmen besonders gewichtet. Der Bereich von der Krugkoppelbrücke bis zur Straße „Alte Rabenstraße“ kann kurzfristig und durch überschaubare bauliche Maßnahmen zur Fahrradstraße umgebaut werden. Gleichzeitig können mit dieser Pilotstrecke Erfahrungen für die weiteren Teilabschnitte gewonnen werden. Die schnelle Umsetzung wurde begrüßt.

Die seitens der ADFC gewünschte Breite der Fahrradstraße wird erfüllt. Der Harvestehuder Weg wird auf eine Mindestbreite von 6,00 m ausgebaut. Wenn es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, wird eine Breite von 6.50 m hergestellt.

Zum Thema Parken ist eine gemeinsam getragene Lösung gefunden worden. Das Parken in einer Fahrradstraße ist grundsätzlich möglich, wenn es geordnet auf festgelegten Parkplätzen stattfindet. Dazu sollen alle Parkbuchten zwischen der Fahrradstraße und der Alster zurückgebaut und das Parken zwischen den Bäumen unterbunden werden. Um weiterhin mit dem Fahrzeug an die Alster zu gelangen, werden auf der wasserabgewandten Seite der Straße Parkstände vorgesehen; diese werden mit einer Breite von 2,20 m bzw. 2,00 m auf der Fahrbahn markiert. Es bleiben 4,00 bzw. 4,30 m Restfahrbahn für die Verkehrsteilnehmer, Begegnung von Rad- und Pkw- bzw. Busverkehr möglich. Eine Verschlechterung des Fahrkomforts für Radfahrende wird daher nicht befürchtet.

Als Querungshilfen für Fußgänger und zur Geschwindigkeitsreduzierung der Fahrzeuge werden die vom ADFC geforderten beidseitigen Querungshilfen statt der ursprünglich vorgesehenen einseitigen, weit in die Fahrbahn ragenden Querungshilfen gebaut.

In der ursprünglichen Planung waren an Kreuzungspunkten Minikreisel vorgesehen. Der Kreisverkehr resultierte aus dem übergeordneten Radverkehrskonzept „Alster – Fahrradachse“. Dies stellte der ADFC infrage und begründete dies damit, dass Studien ergeben hätten, dass durch Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer ein erhöhtes Sicherheitsrisiko entstünde. Die Minikreisel sollten zur Geschwindigkeitsreduzierung dienen, sind aber nicht mehr zwingend nötig, da die Querungshilfen zur Reduzierung der Geschwindigkeit eingeplant sind. Der Kreisverkehr wird daher entfallen.

Ein weiteres Votum des ADFC galt der Einrichtung einer übergeordneten Wegweisung, welche den Radverkehr auf die Fahrradstraße leiten soll. Dieser Vorschlag wird bei der weiteren Planung zur Verbesserung des Radverkehrs um die Alster aufgegriffen werden.

6.      Vor den Baumaßnahmen erfolgte eine Bürgerbeteiligung. Inwiefern wurde dort thematisiert, ob die Fahrradstraße eine reine Fahrradstraße, mit Anlieger frei bzw. ohne Minderung des KFZ-Anteils angeordnet werden soll? Wie lauteten die Ergebnisse?

Die Planung wurde in den vom 9. bis 27. September 2014 vor Ort aufgestellten Infocontainern und in bezirklichen Gremien vorgestellt. Eine reine Fahrradstraße wurde von niemandem gefordert, da hier auch der Besuch der Alsterufer mit dem Kfz nicht möglich wäre.

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