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Drucksachen & Eimsbüttel & Mobil in Hamburg » SKA Fahrradstraße Harvestehuder Weg, I
23Dez

SKA Fahrradstraße Harvestehuder Weg, I

Der Harvestehuder Weg wurde zu einer eingeschränkten Fahrradstraße. Fahrräder können die Straße zwar bevorrechtigt nutzen, müssen sie sich jedoch mit parkenden und fahrenden Autos und Bussen teilen.

 Ich frage den Senat:

1.      Wann waren die letzten fünf Verkehrszählungen am Harvestehuder Weg und was haben sie hinsichtlich der Anzahl von Rädern, KFZ, Busse und LKW ergeben?

 Auf dem Harvestehuder Weg wurden im Bereich der Fahrradstraße (Krugkoppel bis Alte Rabenstraße) durch die zuständige Behörde in den Jahren 2000, 2001, 2004, 2008 und 2014 Zählungen durchgeführt. Als Ergebnisse liegen für den Radverkehr die Anzahl der Radfahrer im Zeitraum von 6 bis 19 Uhr und für den Kraftfahrzeug-(Kfz-)verkehr die Tagesverkehre (TV) und der darin jeweils enthaltene Schwerverkehr (SV, Kfz größer 3,5 t zulässiges Gesamtgewicht inkl. Busse) vor:

  • Harvestehuder Weg, südöstlich Krugkoppel:
  • Dienstag, 26.09.2000: TV rund 13.200 Kfz/24Std, davon SV rund 210
  • Mittwoch, 15.01.2001: TV rund 13.400 Kfz/24Std, davon SV rund 190
  • Dienstag, 09.11.2004: TV rund 5.300 Kfz/24Std, davon SV rund 70
  • Dienstag, 20.11.2008: TV rund 7.800 Kfz/24Std, davon SV rund 110
  • Harvestehuder Weg, nördlich Alte Rabenstraße:
  • Dienstag, 26.06.2014: TV rund 4.200 Kfz/24Std, davon SV rund 180; rund 4.360 Radfahrer (6 – 19 Uhr)

2. Ist es geplant noch in diesem und im kommenden Jahr Geschwindigkeitskontrollen im Harvestehuder Weg durchzuführen?

Konkrete Planungen der zuständigen Dienststelle gibt es hierzu derzeit nicht. Zur Strategie der polizeilichen Geschwindigkeitsüberwachung siehe Drs. 20/5270, 20/5300 und 20/5408.

3.      In welchen Abständen sollen im kommenden Jahr Verkehrszählungen am Harvestehuder Weg erfolgen?

 Die zuständige Behörde beabsichtigt, auf dem Harvestehuder Weg an einem repräsentativen Tag im Frühjahr 2015 (außerhalb der hamburgischen Schulferien, trockene Witterung) eine Zählung der Kfz und Radfahrer durchzuführen (Nachherzählung).

4.      Wie lautete das Votum des ADAC und inwiefern wurde dies bei dem Umbau berücksichtigt?

Der ADAC war im Planungs- und Abstimmungsverfahren als Träger öffentlicher Belange (TÖB) eingebunden und hat die Einrichtung von Fahrradstraßen begrüßt. Auf die Frage des ADAC, wie die Einrichtung einer Fahrradstraße/Tempo-30-Zone geprüft worden sei, wurde auf die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie hingewiesen. Danach ist auf vielen Teilbereichen der geplanten Alsterfahrradachsen der Anteil der Radfahrenden bereits höher als der Anteil des KFZ-Verkehrs. Außerdem haben die Straßen rund um die Binnenalster eine herausragende Bedeutung für den weiter zunehmenden Radverkehr in Hamburg. Dies führte in der Studie zu dem Schluss, dass Fahrradstraßen eingerichtet werden sollen.

5.      Wie lautete das Votum des ADFC und inwiefern wurde dies bei dem Umbau berücksichtigt?

Der ADFC war im Planungs- und Abstimmungsverfahren als TÖB eingebunden und begrüßt die Einrichtung von Fahrradstraßen. Einzelnen Argumenten/Voten des ADFC zur Umsetzung wurde wie folgt entsprochen:

Bei der Auswahl des ersten, noch im Jahr 2014 zu realisierenden Bauabschnittes haben der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer sowie der zuständige Bezirk die Kriterien schnelle Realisierbarkeit, Umfang der Baumaßnahme und ihr Einfluss auf umliegende Baumaßnahmen besonders gewichtet. Der Bereich von der Krugkoppelbrücke bis zur Straße „Alte Rabenstraße“ kann kurzfristig und durch überschaubare bauliche Maßnahmen zur Fahrradstraße umgebaut werden. Gleichzeitig können mit dieser Pilotstrecke Erfahrungen für die weiteren Teilabschnitte gewonnen werden. Die schnelle Umsetzung wurde begrüßt.

Die seitens der ADFC gewünschte Breite der Fahrradstraße wird erfüllt. Der Harvestehuder Weg wird auf eine Mindestbreite von 6,00 m ausgebaut. Wenn es die örtlichen Gegebenheiten zulassen, wird eine Breite von 6.50 m hergestellt.

Zum Thema Parken ist eine gemeinsam getragene Lösung gefunden worden. Das Parken in einer Fahrradstraße ist grundsätzlich möglich, wenn es geordnet auf festgelegten Parkplätzen stattfindet. Dazu sollen alle Parkbuchten zwischen der Fahrradstraße und der Alster zurückgebaut und das Parken zwischen den Bäumen unterbunden werden. Um weiterhin mit dem Fahrzeug an die Alster zu gelangen, werden auf der wasserabgewandten Seite der Straße Parkstände vorgesehen; diese werden mit einer Breite von 2,20 m bzw. 2,00 m auf der Fahrbahn markiert. Es bleiben 4,00 bzw. 4,30 m Restfahrbahn für die Verkehrsteilnehmer, Begegnung von Rad- und Pkw- bzw. Busverkehr möglich. Eine Verschlechterung des Fahrkomforts für Radfahrende wird daher nicht befürchtet.

Als Querungshilfen für Fußgänger und zur Geschwindigkeitsreduzierung der Fahrzeuge werden die vom ADFC geforderten beidseitigen Querungshilfen statt der ursprünglich vorgesehenen einseitigen, weit in die Fahrbahn ragenden Querungshilfen gebaut.

In der ursprünglichen Planung waren an Kreuzungspunkten Minikreisel vorgesehen. Der Kreisverkehr resultierte aus dem übergeordneten Radverkehrskonzept „Alster – Fahrradachse“. Dies stellte der ADFC infrage und begründete dies damit, dass Studien ergeben hätten, dass durch Fehlverhalten der Verkehrsteilnehmer ein erhöhtes Sicherheitsrisiko entstünde. Die Minikreisel sollten zur Geschwindigkeitsreduzierung dienen, sind aber nicht mehr zwingend nötig, da die Querungshilfen zur Reduzierung der Geschwindigkeit eingeplant sind. Der Kreisverkehr wird daher entfallen.

Ein weiteres Votum des ADFC galt der Einrichtung einer übergeordneten Wegweisung, welche den Radverkehr auf die Fahrradstraße leiten soll. Dieser Vorschlag wird bei der weiteren Planung zur Verbesserung des Radverkehrs um die Alster aufgegriffen werden.

6.      Vor den Baumaßnahmen erfolgte eine Bürgerbeteiligung. Inwiefern wurde dort thematisiert, ob die Fahrradstraße eine reine Fahrradstraße, mit Anlieger frei bzw. ohne Minderung des KFZ-Anteils angeordnet werden soll? Wie lauteten die Ergebnisse?

Die Planung wurde in den vom 9. bis 27. September 2014 vor Ort aufgestellten Infocontainern und in bezirklichen Gremien vorgestellt. Eine reine Fahrradstraße wurde von niemandem gefordert, da hier auch der Besuch der Alsterufer mit dem Kfz nicht möglich wäre.

Verfasst am 23.12.2014 um 11:40 Uhr von .
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